Personal Power

Glück und dessen Wahrnehmung

Willst du glücklich sein oder Recht haben?… ist eine sehr alte und allumfassende Weisheit, die leider mehr und mehr verloren geht. Heute müssen wir alles im Griff haben, unter Kontrolle haben, der Bestimmter sein. Und obwohl wir immer und immer wieder erkennen, dass Planung die eine Hälfte unseres Lebens ist und das Unerwartete die andere Hälfte, kommen wir nicht auf die Idee, dass uns Kontrolle und Rechthaberei nur von einem abhalten … davon, glücklich zu sein.Bereits im Kindergarten werden solch manipulativen und entwicklungsschädigende Erziehungsmethoden angewandt. „Du bist hier nicht der Bestimmter!“, hört man unentwegt. Ich weiß, ich wiederhole mich, doch das muss ich offensichtlich auch, weil die Botschaft dazu beiträgt, dass jeder, der sie versteht, glücklich sein kann.Gerade in der Kinderzeitung, aber auch im Umgang mit anderen Menschen, neigen wir dazu vorauszusetzen, dass sie verstehen und nachvollziehen können, was wir ausdrücken wollen. Hier ein Beispiel:Eine Mutter schimpft mit ihrem 4-Jährigen Kind: „Trödel nicht so sonst verpasse ich den Bus!“ Das Kind trödelt weiter. Erwachsene meinen, dass das Kind die Mutter ärgern will. Echt? Wie wäre es, wenn sie erkennen würden, dass das Kind außer Stande ist die Botschaft hinter dieser Aufforderung zu verstehen? Denken Sie, dass das Kind sich Gedanken darum macht, dass die Mutter eventuell zu spät zur Arbeit kommt, eine Abmahnung erhält, eine Kündigung und dann Probleme mit der Versorgung haben könnte? Echt? Eben. Und auch wenn die Mutter ihrem Kind diese Problematik beschreiben würde könnte das Kind die Konsequenzen nicht nachvollziehen, weil es keine Erfahrungswerte heranziehen kann.Ein weiteres Beispiel:„Du bist NICHT der Bestimmter!“, bedeutet was? Diese Botschaft wirft in erster Linie weitere Fragen auf und kann im schlimmsten Fall eine Identitätskrise herbeiführen… und Sie haben nicht mal erkannt, dass Sie diese Krise - durch das unachtsame Verwenden von Phrasen - möglicherweise ausgelöst haben. „Wenn ich nicht der Bestimmter bin, wer bin ich dann?“ Das Kind soll instinktiv wissen, welche andere Rolle es einnehmen soll. Erwachsene können so stumpf sein. Die meisten können sich nicht in die Lage eines anderen Menschen, geschweige denn in die eines Kindes versetzen. Sie diskutieren mit Kleinkindern und erwarten, dass diese „vernünftige“ Entscheidungen treffen. All dies tun Erwachsene dann auch noch unter dem Deckmantel der „Kindlichen Selbstverwirklichung“. Gelinde gesagt ist das ein Alptraum.Es ist an Ihnen, vernünftige - und im Interesse aller Beteiligten - Vorgaben zu treffen. Verbannen Sie „NICHT“ Anweisungen aus Ihrem Sprachgebrauch. Aber vor allem, erkennen Sie, was genau dazu beiträgt, dass Menschen glücklich sind.Und noch eins:„Wie viele Retter soll ich dir denn schicken?“Ein Mann wird auf der Straße angefahren. Die Fahrerin des Fahrzeugs kümmert sich natürlich um ihn und sagt ihm, dass ein Notarzt unterwegs ist. Der Mann entgegnet: „Nicht nötig. Gott wird mir helfen!“ Als der Rettungswagen eintrifft und dem Mann Hilfe anbietet, lehnt er diese ab. „Nicht nötig, danke. Gott wird mir helfen!“ Der Mann verstirbt. Im Himmel trifft er auf Gott und fragt ihn empört, warum er ihm nicht geholfen habe und Gott antwortete: „Wie viele Retter sollte ich denn noch schicken?“ Wenn du eine feste Vorstellung davon hast, was genau dich glücklich machen soll, dann erkennst du diejenigen Dinge nicht, die dich glücklich machen würden, wenn du sie denn erkennen würdest. Wenn die Antwort auf deine Wünsche und Gebete von den Ergebnissen, die du erwartest abweichen, dann betest du immer weiter und sprichst deine Wünsche immer wieder aus ohne zu erkennen, dass sie bereits erfüllt wurden.Ich weiß, man muss über diese Zeilen eine Weile nachdenken. Gönnen Sie sich die Zeit. Wenn Sie die Aussage verstehen und nachvollziehen können, wird Ihnen das ganz sicher helfen.

6.6.17 15:27, kommentieren

Ursache und Wirkung IX

Warum ist es so wichtig Erfahrungen auszutauschen, mit Menschen zu reden, die ehrlich sind? Der Austausch von Erfahrungen trägt dazu bei, dass man sieht, dass ES – was auch immer ES ist – möglich ist. In der Theorie zu hören, dass man aus dem Stand 2m hoch springen kann oder zu sehen, dass es wirklich möglich ist, hat eine ganz andere Motivation. Hypothetische Theorie bringt keinen Erfolg. Es ist nicht das Thema, das Aufschluss gibt, es geht nicht um die Geschichte, sondern um die Information. Darum arbeiten viele Therapeuten mit Metaphern. Sie haben den Hintergrund möglichst neutrale Geschichten mit den zu verarbeitenden Themen zu bestücken. Das erhöht die Aufmerksamkeit und gibt Raum für Alternativverhalten.Ein König hat regelmäßig Schulden eintreiben lassen. Einer seiner Diener hatte wirklich viele Schulden und er ließ ihn vorführen. Er verlangte die Zahlung des Betrages. Der Diener konnte den Betrag nicht aufbringen und so forderte der König, dass er seine Frau und Kinder und alles Hab und Gut verkaufen solle. Der Diente bettelte und bat den König, so etwas nicht von ihm zu verlangen. Der König hatte Mittgefühl und so erließ er dem Diener die Schulden. „Schuldgefühle“ schüren noch eins. Angst. Was, wenn der König sein Versprechen bricht? Was, wenn der Diener wieder Schulden mache, weil er sich nicht unter Kontrolle hat, und diese wieder nicht bezahlen kann? Das antrainierte Verhalten ist, mich zu bereichern und das geht am besten, wenn ich mich übervorteile und Kollateralschäden einplane. Im Übrigen geht die Geschichte noch weiter und hat auch einen anderen Inhalt. Der Diener ist nämlich kaum zur Tür raus, da trifft er einen anderen Diener, der ihm noch Geld schuldet. Dieser kann auch nicht zahlen woraufhin der Diener, dem gerade alle Schulden erlassen wurde, den anderen, der weitaus weniger Schulden hat als er selbst beim König hatte, in den Kerker werfen lässt. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Und bevor jetzt alle sagen: „Oh, suppi, erlassen wir uns doch alle Schulden und tanzen und singen ein wenig… schubidu!“ Ich bin ja kein Träumer. Schulden sind Schuldgefühle. Kapiert? Natürlich wäre es super, wenn wir diese Machtspielchen beiseite legen könnten und vielleicht, eines Tages … doch darum geht es hier und jetzt nicht. Es geht um das, was Angst und Schuldgefühle aus einem machen. Und wenn du dich schuldig machst, dann musst du darauf hoffen, dass dir vergeben wird. Vergebung wird mit den Jahren immer unpopulärer. Sinnvoll wäre es also, sich weniger Schuld aufzuladen.Oft ist auch das WIE ein treibender Faktor, der uns das Vergeben so schwer macht. Wie soll ich jemandem vergeben, der mir Unrecht getan hat und der weit davon entfernt ist, dieses Unrecht wieder gut zu machen oder sich gar zu entschuldigen. Vergeben bedeutet nicht, die Absolution zu erlassen. Vergeben heißt nicht, dass wir ein in unseren Augen unangemessenes Verhalten dulden müssen und so tun sollen, als sei nichts gewesen. Wir haben auch gar keine Befugnis, anderen Menschen die Strafe für ein Vergehen zu erlassen. Vergeben heißt, loslassen. Es ist durchaus möglich, eine Situation, die nicht zu klären ist, zu vermeiden auch indem man diesen Menschen, dieser Situation aus dem Weg geht. Das ist nicht feige, dass ist intelligent. Allerdings geht es nicht darum, jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen. Ein klärendes Gespräch sollte immer der erste Schritt sein. Wenn es zu keiner Lösung kommt, dann atmen wir tief aus, lassen die Situation und die damit verbunden Menschen los und orientieren uns um.

28.4.17 16:10, kommentieren