Personal Power

Opfer der Perfektion Teil II

Kinder zur Perfektion zu bringen, indem sie mehrere Instrumente spielen können, mehrere Sprachen sprechen und sich in Vereinen positionieren, und das im frühesten Kindesalter, bedingt im Grunde eins; Wenn das Kind nicht perfekt ist, dann waren die Eltern nicht perfekt. Wer will das schon auf sich sitzen lassen. Wenn wir nicht aufwachen, dann werden in Zukunft Babys abgetrieben, die nicht perfekt aussehen. Wir machen uns mehr und mehr zum Objekt. Wenn wir von uns reden, dann reden wir von der Festplatte, wenn wir das Gehirn meinen, von der Pumpe, wenn es ums Herz geht. Unsere Ausdrucksweise macht deutlich, wie sehr wir uns schon von unserem Körper entfernt haben. Fitness Tracker helfen uns nicht, das Gegenteil zu erreichen, denn sie dienen nicht dazu, uns bewusst zu machen, was dieser ganze Stress mit unserem Körper macht. Sie bringen uns dazu, noch mehr Kontrolle auf den Körper auszuüben. Dabei wird der wohl am besten wisssen, was ihm gut tut … wenn man entsprechend erzogen wird.

Perfektionismus macht krank. Da wir nicht perfekt sein können, wird unser Streben uns in eine Situation bringen, in der wir erkennen, dass wir nicht perfekt sind und das wird unsere Seele krank machen und damit unseren Körper. Wenn wir uns Statistiken ansehen, die die Verwendung von Psychopharmaka aufzeigen, dann können wir den Trend erkennen. Wenn wir dann noch erfahren, dass manche Menschen zu Neuro Enhancern greifen, um Leistungsfähiger zu sein, dann wird uns klar, dass das Doping, das schädliche und bisher bekämpfte beeinflussen der menschlichen Leistungsfähigkeit, im Berufsleben angekommen ist. Natürlich ist es auch der Stress, dem wir immer stärker ausgesetzt sind, der uns kränkeln lässt (wenn er uns aufgezuwngen wird), doch sind wir es, die sich in diese Sackgasse treiben lassen. Weil wir perfekt sein wollen und dazu gehört die Leistungsfähigkeit und dazu gehört, dass wir es schaffen müssen, wenn andere es schaffen, egal, wie sehr sie uns belügen und uns mit unrealistischen Vorgaben herausfordern.

„Ich bin perfekt! Ich schaffe das!“ Ist ungesund. Denn besser sein zu wollen und besser sein zu müssen, ist ein Unterschied. Es zu wollen, belässt uns im Rahmen unserer natürlichen Möglichkeiten. Besser sein zu müssen zwingt uns aus diesem Rahmen heraus. Und das alles dann mit „Out of the Box“, „Leistungsorientiert“, „Vorbild“, „Visionär“, und was weiß ich alles zu betiteln, hängt dem ganzen Trug nur ein neutralisierendes Mäntelchen um, dass uns glauben lassen soll, dass das Rotkäppchen vor uns steht und nicht der böse Wolf. Was uns Freude bereitet, kann uns nicht stressen. Wenn wir selbstbewusst leben, leiden wir nichrt unter Stressreaktionen. Allein die Dazugehörigkeit gibt uns das Gefühl von Sicherheit. und Entwicklungsmöglichkeiten lassen uns wachsen. Beides zusammen wird am Ende dazu beitragen, dass wir zu dem glücklichen Menschen werden, der wir sein wollen.

17.1.18 09:10, kommentieren

Opfer der Perfektion, Teil I

Opfer der Perfektion ist die nächste Generation, die immer noch besser sein muss. Perfektion bedeutet nämlich Vollkommenheit. Nun sind Menschen aber nun mal von Natur aus unvollkommen und so ist Perfektion am Ende nichts anderes, als eine Einbildung. Menschen, die nach außen hin perfekt scheinen, weil sie perfekt sein wollen oder müssen, haben sich ein Verhalten angeeignet, dass uns allen sehr geläufig ist. Wenn ihnen ein Fehler unterläuft, und das wird es irgendwann, dann schieben sie alles auf andere. Sie selbst sind ja perfekt, wie kann ihnen da ein Fehler unterlaufen. Und es wird immer jemanden geben, dem man etwas in die Schuhe schieben kann. Und wenn nicht, dann gibt es immer noch die Verleugnung und Ignoranz. Diese Opfer der Perfektion meinen es nicht mal böse, sie wurden so erzogen und das ist eines der Beispiele, das veranschaulicht, wie konsequent unsere Erziehung unsere Wahrnehmung und damit unseren Lebensstil prägt.

Ein weiterer, aus heutiger Sicht, Nachteil dieser Erziehung ist, dass die Generationen immer narzisstischer werden. Das führt nicht nur zur Überflutung des Internets mit Selfies, das wird von der Industrie auch durch die Wettbewerbsfunktion gefördert. Wenn wir uns im Wettbewerb um eine Stelle bemühen und gewinnen, dann sollte uns diese eigentlich für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte sicher sein. Das ist sie aber nicht mehr. Weiterhin führt Wettbewerb zur Spezifikation. Es bilden sich immer einzelne „Vorteile“ heraus, es wird gefördert, wer sich am besten durchsetzen kann, wer dem Stress am besten widerstehen kann, aber keine Entwicklung. Entwicklung basiert auf Zusammenarbeit. Das sogenannte Kohärenzgefühl bringt uns in das Stadium der Weiterentwicklung. Dieses Gefühl wird beim Wettbewerb, wo jeder gegen jeden antritt, nicht erzeugt. Dabei sind die mittlerweile außer Kontrolle geratenen Team Challenges auch funktionslos geworden, weil die Teamplayer dennoch individuell beurteilt und gefördert werden. So wie im Fußball. Ein Verein ist ein Team. Gefördert wird immer der beste Spieler. In den Vereinen, in denen Teamfähigkeit nicht besonders belohnt wird, erkennt man die Auswirkung sehr deutlich und zwar an der Position in der Bundesligatabelle.

Dabei steht der Gesundheitswettbewerb sich zudem selbst im Wege. Wir sind - wie gesagt - Menschen und keiner kann in allen Lebensbereichen perfekt sein. Viele sagen, dass sie es sind, aber das ist nur Fassade. Wenn man als außenstehender auf deren Leben blickt, dann wird man die Einschränkungen bald erkennen. Entweder bin ich im Beruf super und vernachlässige mein Privatleben, oder umgekehrt. Ein Karrieremensch ist weniger für seine Familie da und ein Familienmensch macht keine herausragende Karriere. Gut, die Wissenschaft arbeite ja daran, uns Platinen zu implantieren, die uns dann vielleicht perfekt machen können, aber Menschen werden wir dann nicht mehr sein.

12.1.18 11:51, kommentieren