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Wahrheit - Verhaltensweisen

Ich gebe, egal wo ich gehe und stehe, immer zum Besten, dass der Kategorische Imperativ die wichtigste Regel in unserem Leben ist. Durch die Einhaltung dieser Regel, würde ein Miteinander gelingen. Doch nun musste ich erkennen, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Für die, die jetzt berechtigter Weise fragen: „Wahrheit, gibt es das überhaupt?“, denen möchte ich antworten, dass es die eine Wahrheit gibt. Es gibt sie wirklich. Doch die Wahrheit ist so verkleidet, so verschleiert, dass wir sie nicht mal erkennen würden, wenn sie direkt vor uns stünde. Wenn wir akzeptiert, dass es eine Wahrheit gibt, dann werden wir damit beginnen, sie zu suchen. Wenn wir dann lernen, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen, dann passiert es, dass unsere Aussagen von Gestern nicht mehr ganz, oder sogar überhaupt nicht mehr zutreffen, doch das bestätigt nicht, das wir dumm sind – so wie es uns die Menschen glauben lassen, die ja nur unser Bestes wollen – sondern dass wir auf der Suche nach der Wahrheit ein Stück weitergekommen sind. Aber klar, Schwindler gab es immer, gibt es immer, und wird es immer geben. Die Wahrheit können wir nur finden, wenn wir an der richtigen Stelle suchen und die richtigen Fragen stellen. Zu dieser Kategorie zählt eben auch die Frage nach dem Miteinander.Ich habe den Kategorischen Imperativ immer als Lösung für die meisten unserer gesellschaftlichen Probleme angepriesen, weil ich der Meinung bin, dass viele Menschen allein durch ihr gieriges und misstrauisches Verhalten dazu beitragen, dass die zivilisierte Welt so schlecht ist. „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu!“, würde in diesem Zusammenhang eine bedeutende Verbesserung darstellen. Warum rudere ich dann zurück? Ich rudere nicht zurück. Ich habe in diesem Fall nur die Wahrheit ein wenig mehr enthüllt. Und weil ich weiß, dass ich noch lange nicht am Ende meines Weges bin, möchte ich folgendes unterstreichen; Was ich in Erfahrung gebracht habe führt dazu, dass ich meine Aussage erweitere. Dem Kategorischen Imperativ zur Folge würde es ausreichen, wenn man, sobald man eine Aufforderung erhält, etwas zu tun oder auf etwas zu reagieren, sich zuerst überlegt, welche der Handlungsoptionen einem auch dann noch als `machbar` erscheinen, wenn ein anderer Mensch sich uns gegenüber anwenden würde. Total simpel. Zumindest für diejenigen, die sich um das Wohlergehen anderer kümmern. Leider ist diese Charaktereigenschaft nicht sehr ausgeprägt. Ich habe gestern einen Bericht gesehen, in dem ein Autist versuchte, Freunde zu gewinnen. Es war ihm nicht möglich zu sagen: „Ich will es so, aber ich will auch deine Wünsche berücksichtigen.“ „Ich will es so“, war kein Problem, aber allein die Worte, „aber ich will auch deine Wünsche berücksichtigen“, konnte er sich nicht merken. Was auch immer Autismus zu Grunde liegt und was es auslöst, das ist nicht das Thema. Ich nutze dieses Beispiel nur um darauf aufmerksam zu machen, dass wir diese Verhaltensweise deutlich sehen, wenn wir uns in unserer Gesellschaft umsehen. Diese Menschen haben es nur geschafft, sich in der Masse zu verstecken. Kommen wir nun zu meiner erweiterten Wahrheit. Sie lautet wie folgt: „Frage dich, was du möchtest, dass andere für dich tun sollen. Dann ergreife die Initiative und tu genau das für andere.“ Es geht nämlich nicht darum, nett zu sein, wenn man aufgefordert wird, sondern darum, Nettigkeit zu verschenken. Dabei muss uns nur klar sein, dass Nehmen, also etwas zu bekommen, durch Geben erfolgt. Wenn wir etwas geben, dann erhalten wir auch etwas. Das bedeutet wiederum nicht, dass wir etwas Gleichwertiges für unser Geschenk vom Beschenkten erwarten. Es bedeutet, dass wir Freude bekommen, wenn wir Freude schenken, dass wir Sicherheit bekommen, wenn wir Sicherheit schenken und dass wir Glücklich sind, wenn wir andere glücklich machen.

1.8.17 10:09, kommentieren

Pssst, das sagt man doch nicht!

"Negerkuss! Zigeunerschnitzel!“ Pssst, das sagt man doch nicht. Diese Anleitung zum politisch korrekten Umgang in der zwischenmenschlichen Kommunikation hat sich inzwischen stark verbreitet und viele Bereiche befallen. Es scheint so, als würden die Verantwortlichen denken, dass der Grund, die Ursache verschwindet, wenn man wegguckt oder es nicht mehr ausspricht. „Der schlägt seine Frau! Die geht doch mit jedem ins Bett!“ Pssst, das sagt man doch nicht. Echt jetzt? Werden sich diese Verhaltensunarten in Luft auflösen, wenn man sie nicht mehr ausspricht?Doch so verhält es sich ja nicht nur im Privatleben. Diese Anleitung hat das Berufsleben ebenso heftig befallen. Als ES endlich einen Namen hatte und somit ein Gesicht bekam, wurde es heftigst verpönt. „Wer macht denn sowas?“ Das hört man auf den Fluren, doch hinter verschlossenen Türen heißt es: „Pssst, das sagt man nicht!“ Mobbing gibt es offiziell nämlich gar nicht. Da sei die Frage erlaubt, wie man ein denunzierendes, abwertendes, demoralisierendes Verhalten gegenüber Kollegen und Untergebenen sonst nennen soll. Wie soll ich es nennen, wenn mehr und mehr Frauen aus ihrem Job gedrängt werden? Wie soll ich es sonst nennen, dass Männer denken, dass Frauen in bestimmten Jobs eh nichts zu suchen haben. Auch wenn das natürlich keiner ausspricht. „Pssst, ...“, Sie wissen schon. Was bedeutet es denn sonst, wenn einem gesagt wird, das die Leistung nicht den Anforderungen entspricht was nicht bewiesen werden kann und man zudem keine Möglichkeit zur Anpassung – sprich Schulungen – erhält? Was bedeutet es denn sonst, wenn einem gesagt wird, dass die Leistung weit unter der für diese Gehaltsklasse üblichen läge?Nun, ich bin mir sicher, dass viele Männer über derartige Anfeindungen hinwegsehen. Das erklärt mir auf jeden Fall, warum so viele Stellen von Menschen besetzt sind, die nicht gut genug qualifiziert sind. Ich bin sicher, dass Frauen sich derartige Anfeindungen zu Herzen nehmen und somit zur leichten Beute werden. Natürlich nimmt der Vorgesetzte den Weg des geringsten Widerstandes. Ist doch klar.Werden Sie gemoppt? Sprechen Sie darüber. Fordern Sie Qualifikationsmaßnahmen ein. Gerade dann, wenn Sie schon lange bei einem Unternehmen beschäftigt sind, sind Anfeindungen oft unangemessen und nicht belegbar.Holen Sie sich Unterstützung. Im Betrieb oder auch außerhalb. Werfen Sie Ihren Status nicht leichtfertig über Bord. Wenn Sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, atmen Sie tief durch und bleiben Sie standhaft.Nur, weil es keiner mehr ausspricht ist es nicht aus der Welt. Mobbing besteht nach wie vor und erfreut sich bester Gesundheit.

6.7.17 16:35, kommentieren