Personal Power

Unzufriedenheit Teil I

Neue Maßnahmen bringen uns nicht weiter. Was wir brauchen, ist die Wiederherstellung einer Gesinnung, die wir alle kennen. Menschlichkeit.


Warum sie verloren gegangen ist? Weil es eine Zeit gab, in der uns weisgemacht wurde, dass es nicht mehr ausreicht, der erste zu sein. Man musste den ersten überbieten. Dazu war es erforderlich, sich selbst als wichtigsten Bestandteil des Lebens anzusehen. Egoismus ist vermutlich ein Bestandteil allen Lebens, doch früher wurde er durch die Erziehung eingedämmt, heute wird er gefördert. Egoismus ist unmenschlich. Egoismus bedeutet, ständig in Machtkämpfe verwickelt zu sein und sich ständig davor fürchten zu müssen, dass man irgendwann unterliegt. Und dann? Menschen, deren Egoismus nicht ganz so stark ausgeprägt ist mögen das vielleicht belächeln, aber für einen Egoisten wird es nichts schlimmeres geben, als zu versagen, als im Wettbewerb zu unterliegen. Das führt dazu, dass diese Menschen ausgeprägt unzufrieden sind. Ihr Perfektionismus, die Anforderung an blitzschnelle Aktionen und Reaktionen, macht ihnen Stress, ungesunden Stress und das macht sie unzufrieden. Nein, nicht direkt. Solange die Erfolgsphase andauert, fühlen sie sich super. Doch irgendwann hat jeder einen Tiefschlag einzustecken. Und das ist der Startschuss für den Abstieg. Je früher dieser Tiefschlag erfolgt, desto schlimmer der Abstieg.

Menschen, die unzufrieden sind, neigen dazu, anderen Menschen das Leben schwer zu machen. Denn so erschaffen sie sich ein Umfeld, in dem jeder unzufrieden ist, was bedeutet, dass Unzufriedenheit ein Bestandteil des Lebens ist und keiner etwas dagegen tun kann. Kurz; Sie drücken sich davor, die ihnen vermutlich bewussten Maßnahmen zu ergreifen um zufrieden zu sein. Warum? Nun, es ist davon auszugehen, dass Egoismus durch die Eltern gefördert wird. Wer will schon die Erziehung seiner Eltern in Frage stellen. Zudem sind zumindest Väter von Egoisten selbst egoistisch und zumindest in den Geschichten, die sie erzählen, auch erfolgreich damit. Ein Egoist, der im Wettkampf steht, wird sich da nicht einfach ergeben und eine andere Lebensweise einschlagen. Egoisten sind sozusagen gefangene ihres Lebensschemas. Aber das ist keine Entschuldigung. Denn das sind wir alle. Ein Mensch, der kein Lebensschema hat ist genauso darin gefangen, weil er nicht zur Ruhe kommen wird.

Nun gibt es auch Forschungsergebnisse, die die Probleme von „perfekten“ Eltern als Ursache für die heutige Entfremdung der Menschlichkeit anführen. Doch ist Perfektion nur ein Bestandteil des Egos. In dieser Hinsicht ist Perfektion einfach Egoismus, der aufgrund des schlechten Rufs des Egoismus einfach anders genannt wird. Perfektion nimmt ebenfalls keine Rücksicht auf andere. Perfektion füttert ebenfalls den Drang danach, besser zu sein, besser als andere und damit erster. Perfektion nutzt weniger direkte Beschreibungen, verzichtet auf das Wort Wettkampf und „um jeden Preis“. Und sicher, Perfektion und Egoismus stimmen nicht hundertprozentig überein, Perfektion kann zu Introvertiertheit führen, Egoismus neigt eher dazu, extrovertiert zu sein, doch im Ergebnis sind sie gleich. Sie führen dazu, dass Menschen unzufrieden sind.

26.1.18 12:07, kommentieren

Opfer der Perfektion Teil II

Kinder zur Perfektion zu bringen, indem sie mehrere Instrumente spielen können, mehrere Sprachen sprechen und sich in Vereinen positionieren, und das im frühesten Kindesalter, bedingt im Grunde eins; Wenn das Kind nicht perfekt ist, dann waren die Eltern nicht perfekt. Wer will das schon auf sich sitzen lassen. Wenn wir nicht aufwachen, dann werden in Zukunft Babys abgetrieben, die nicht perfekt aussehen. Wir machen uns mehr und mehr zum Objekt. Wenn wir von uns reden, dann reden wir von der Festplatte, wenn wir das Gehirn meinen, von der Pumpe, wenn es ums Herz geht. Unsere Ausdrucksweise macht deutlich, wie sehr wir uns schon von unserem Körper entfernt haben. Fitness Tracker helfen uns nicht, das Gegenteil zu erreichen, denn sie dienen nicht dazu, uns bewusst zu machen, was dieser ganze Stress mit unserem Körper macht. Sie bringen uns dazu, noch mehr Kontrolle auf den Körper auszuüben. Dabei wird der wohl am besten wisssen, was ihm gut tut … wenn man entsprechend erzogen wird.

Perfektionismus macht krank. Da wir nicht perfekt sein können, wird unser Streben uns in eine Situation bringen, in der wir erkennen, dass wir nicht perfekt sind und das wird unsere Seele krank machen und damit unseren Körper. Wenn wir uns Statistiken ansehen, die die Verwendung von Psychopharmaka aufzeigen, dann können wir den Trend erkennen. Wenn wir dann noch erfahren, dass manche Menschen zu Neuro Enhancern greifen, um Leistungsfähiger zu sein, dann wird uns klar, dass das Doping, das schädliche und bisher bekämpfte beeinflussen der menschlichen Leistungsfähigkeit, im Berufsleben angekommen ist. Natürlich ist es auch der Stress, dem wir immer stärker ausgesetzt sind, der uns kränkeln lässt (wenn er uns aufgezuwngen wird), doch sind wir es, die sich in diese Sackgasse treiben lassen. Weil wir perfekt sein wollen und dazu gehört die Leistungsfähigkeit und dazu gehört, dass wir es schaffen müssen, wenn andere es schaffen, egal, wie sehr sie uns belügen und uns mit unrealistischen Vorgaben herausfordern.

„Ich bin perfekt! Ich schaffe das!“ Ist ungesund. Denn besser sein zu wollen und besser sein zu müssen, ist ein Unterschied. Es zu wollen, belässt uns im Rahmen unserer natürlichen Möglichkeiten. Besser sein zu müssen zwingt uns aus diesem Rahmen heraus. Und das alles dann mit „Out of the Box“, „Leistungsorientiert“, „Vorbild“, „Visionär“, und was weiß ich alles zu betiteln, hängt dem ganzen Trug nur ein neutralisierendes Mäntelchen um, dass uns glauben lassen soll, dass das Rotkäppchen vor uns steht und nicht der böse Wolf. Was uns Freude bereitet, kann uns nicht stressen. Wenn wir selbstbewusst leben, leiden wir nichrt unter Stressreaktionen. Allein die Dazugehörigkeit gibt uns das Gefühl von Sicherheit. und Entwicklungsmöglichkeiten lassen uns wachsen. Beides zusammen wird am Ende dazu beitragen, dass wir zu dem glücklichen Menschen werden, der wir sein wollen.

17.1.18 09:10, kommentieren