Personal Power

Ursache und Wirkung IX

Warum ist es so wichtig Erfahrungen auszutauschen, mit Menschen zu reden, die ehrlich sind? Der Austausch von Erfahrungen trägt dazu bei, dass man sieht, dass ES – was auch immer ES ist – möglich ist. In der Theorie zu hören, dass man aus dem Stand 2m hoch springen kann oder zu sehen, dass es wirklich möglich ist, hat eine ganz andere Motivation. Hypothetische Theorie bringt keinen Erfolg. Es ist nicht das Thema, das Aufschluss gibt, es geht nicht um die Geschichte, sondern um die Information. Darum arbeiten viele Therapeuten mit Metaphern. Sie haben den Hintergrund möglichst neutrale Geschichten mit den zu verarbeitenden Themen zu bestücken. Das erhöht die Aufmerksamkeit und gibt Raum für Alternativverhalten.Ein König hat regelmäßig Schulden eintreiben lassen. Einer seiner Diener hatte wirklich viele Schulden und er ließ ihn vorführen. Er verlangte die Zahlung des Betrages. Der Diener konnte den Betrag nicht aufbringen und so forderte der König, dass er seine Frau und Kinder und alles Hab und Gut verkaufen solle. Der Diente bettelte und bat den König, so etwas nicht von ihm zu verlangen. Der König hatte Mittgefühl und so erließ er dem Diener die Schulden. „Schuldgefühle“ schüren noch eins. Angst. Was, wenn der König sein Versprechen bricht? Was, wenn der Diener wieder Schulden mache, weil er sich nicht unter Kontrolle hat, und diese wieder nicht bezahlen kann? Das antrainierte Verhalten ist, mich zu bereichern und das geht am besten, wenn ich mich übervorteile und Kollateralschäden einplane. Im Übrigen geht die Geschichte noch weiter und hat auch einen anderen Inhalt. Der Diener ist nämlich kaum zur Tür raus, da trifft er einen anderen Diener, der ihm noch Geld schuldet. Dieser kann auch nicht zahlen woraufhin der Diener, dem gerade alle Schulden erlassen wurde, den anderen, der weitaus weniger Schulden hat als er selbst beim König hatte, in den Kerker werfen lässt. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Und bevor jetzt alle sagen: „Oh, suppi, erlassen wir uns doch alle Schulden und tanzen und singen ein wenig… schubidu!“ Ich bin ja kein Träumer. Schulden sind Schuldgefühle. Kapiert? Natürlich wäre es super, wenn wir diese Machtspielchen beiseite legen könnten und vielleicht, eines Tages … doch darum geht es hier und jetzt nicht. Es geht um das, was Angst und Schuldgefühle aus einem machen. Und wenn du dich schuldig machst, dann musst du darauf hoffen, dass dir vergeben wird. Vergebung wird mit den Jahren immer unpopulärer. Sinnvoll wäre es also, sich weniger Schuld aufzuladen.Oft ist auch das WIE ein treibender Faktor, der uns das Vergeben so schwer macht. Wie soll ich jemandem vergeben, der mir Unrecht getan hat und der weit davon entfernt ist, dieses Unrecht wieder gut zu machen oder sich gar zu entschuldigen. Vergeben bedeutet nicht, die Absolution zu erlassen. Vergeben heißt nicht, dass wir ein in unseren Augen unangemessenes Verhalten dulden müssen und so tun sollen, als sei nichts gewesen. Wir haben auch gar keine Befugnis, anderen Menschen die Strafe für ein Vergehen zu erlassen. Vergeben heißt, loslassen. Es ist durchaus möglich, eine Situation, die nicht zu klären ist, zu vermeiden auch indem man diesen Menschen, dieser Situation aus dem Weg geht. Das ist nicht feige, dass ist intelligent. Allerdings geht es nicht darum, jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen. Ein klärendes Gespräch sollte immer der erste Schritt sein. Wenn es zu keiner Lösung kommt, dann atmen wir tief aus, lassen die Situation und die damit verbunden Menschen los und orientieren uns um.

28.4.17 16:10

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