Personal Power

Falsche Lehren III

Ich hatte heute ein interessantes Gespräch, dass sich mit dem Thema „Gute Freunde“ befasste. Interessant war, dass die Menschen den Begriff „Freund“ übertrieben häufig nutzen, wenn sie enttäuscht wurden. Plötzlich wird ein unbedarfter in den Freunde-Satus erhoben, damit die Geschichte mehr Tiefe, mehr Relevanz bekommt. „Ich dachte, wir wären Freunde!“ Geht es noch verlogener? Wenn man genauer nachfragt, wird sich in den allermeisten Fällen herausstellen, dass eine derartige Freundschaftsbekundung sehr einseitig ist. Wenn man fragt, was denn dafür getan, um diese Freundschaft zu etablieren, dann zeigt sich das ganze Ausmaß dieser Geschichte. Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Viele verschließen ihre Augen vor der Seite, die die Eigenverantwortung und Eigeninitiative betrifft. Oft werden Menschen zu guten Freunden, die man leicht ausnutzen kann. Wenn die dann nicht mehr mitspielen, dann wird es richtig schmutzig.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgendes hinweisen: „Das, was ich an mir nicht mag, hebe ich an anderen Menschen hervor, um von meiner Schuldhaftigkeit abzulenken.“ Da kann man auch gern mal ´ne Schüppe drauflegen. Viel hilft viel. Je schlechter der andere dasteht, desto leichter werde ich und mein Verhalten übersehen. Das wollen wir natürlich nur, wenn es dabei um Verhaltensweisen geht, die unangemessen sind. Wenn wir uns ab und an mal gut verhalten, dann wollen wir natürlich im Mittelpunkt stehen.

Ganz ehrlich, wer nichts zu verheimlichen hat, der brauch auch nichts verheimlichen. Wenn ich etwas verheimlichen will, dann liegt das daran, dass ich etwas getan habe, dass ich wissentlich hätte nicht tun sollen. Warum rede ich dann auch noch darüber? Warum will ich mich mit etwas brüsten, was unangemessen ist? Weil solange es ein Geheimnis ist, es nicht so schlimm ist? Wenn ich einer anderen Person davon erzähle, dann ist es kein Geheimnis mehr. Zudem ist ein Geheimnis nicht mehr oder weniger schlimm. Ein Geheimnis belastet. Es belastet und manipuliert jeden, der damit in Verbindung kommt. Wenn ich Dummheiten gemacht habe, dann muss ich dazu stehen. „Entschuldigung“, war mal ein Wort, dessen Gebrauch wertvoll war. Dann wurde es inflationär behandelt und heute wird man vermutlich erschossen, wenn man sich entschuldigt – zumindest muss ich das annehmen, denn es wird so gut wie gar nicht mehr verwendet.

Hört auf, euch daneben zu benehmen. Wer sagt, dass das unmöglich ist, weil man immer wieder in derartige Situationen hineinmanövriert wird, der folgt einer falschen Lehre. Hört auf, euch Komplizen zu suchen. Dadurch wird das Problem nicht aus der Welt geschafft. Frage dich, warum du dich danebenbenimmst? „Weil ich noch jung bin, weil ich mich auch mal amüsieren muss, weil ich das Recht dazu habe ... .“ Alles Quatsch! Du benimmst dich daneben, weil du denkst, dass das in Ordnung ist. Deine Eltern tun das, deine Geschwister tun das, deine Freunde tun das, Politiker tun das, Ärzte tun das, Prediger tun das, Lehrer tun das ... warum dann nicht auch du?

Die Lösung ist vollkommen simpel: „Weil es immer einen geben muss, der das Karussell anhält, da sich sonst früher oder später alle übergeben.“ Es gehört viel Mut dazu, anders zu sein als die anderen. Denn wir wissen alle, was falsch ist und tun es trotzdem. Und dann bleibt da noch die Frage, wie man anderen erklärt, dass man sich aus der Thematik ausklinkt? Simple Antwort: „Gar nicht!“ Warum wollt ihr euch für etwas entschuldigen, das richtig ist? Ihr entschuldigt euch nicht mal für das, was falsch ist.

Unsicherheit, Angst, Verstecken ... warum glaubt ihr, verhalten wir uns so? Wenn wir etwas tun, was nicht ok ist, dann weiß jeder, dass es nicht ok ist. Das bedeutet, dass jeder, der davon weiß, einen potentiell ans Messer liefern kann. Und wir helfen den anderen auch noch, weil wir uns ihnen anvertrauen. Unsere Absicht, aus ihnen Mitwisser zu machen hat also auch eine Kehrseite.

Ich höre so oft, dass man sich, wenn man etwas Unangemessenes tut, einen Vorteil verschafft. Ich erkenne den Vorteil nur nicht. Ist es ein Vorteil, wenn man sich in die Schlechtigkeit integriert? Ist es ein Vorteil, wenn man schlechter ist als alle anderen? Unangemessenes Verhalten zeigt mir uns ein: „Wir wissen nicht, wer wir sind und wir wissen nicht, wer unser Feind ist.“

Laber nicht einfach allen Mist nach, der euch gesagt wird. Benutzt euer Gehirn, fragt nach, nutzt so viele unterschiedliche Quellen wir möglich und seid unvoreingenommen. Sagt nicht nur, dass ihr Erwachsen seid, seid Erwachsen!

26.9.17 13:51

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