Personal Power

Aufmerksamkeitstraining Teil II

Statistiken zeigen, dass die Millenium-Generation um ein vielfaches egoistischer, narzistischer ist, als die Generationen zuvor. Narzissmus ist im Grunde nichts schlechtes, wenn er auf einem normalen Level ist. Wenn er eine objektive Selbsteinschätzung und Selbstliebe ermöglicht. Wenn Narzissmus ausartet, dann ist es ein Irrtum anzunehmen, dass man sich einfach noch viel mehr liebt und andere einfach nur noch mehr ignoriert. Krankhafter Narzissmuss führt dazu, dass man seiner Perfektion nicht mehr gerecht werden kann und dieses Defizit an anderen auslässt. Das man andere unterdrückt und demütigt, um besser dazustehen. Das man sich über jede noch so sinnvolle Anweisung hinwegsetzt, weil man schließlich besser sein muss, alles wissen muss und immer recht haben muss. Dieses Krankheitbild können wir in der letzten Zeit häufiger im Fernsehen betrachten. In Politik und Wirtschaft scheint es sich besonders wohl zu fühlen weil es dort die Anerkennung bekommt, die es sucht.

Wir haben eine Generation aufgezogen, die auf der ursprünglichen Elbogengeneration aufgebaut wurde. Wir erkennen nun, wohin das führt. Sollten wir uns nicht besinnen und dieser Entwicklung Einhalt gebieten? Wir können nicht alle Erster sein. Wir werden nicht alle perfekt sein. Wir werden als Einzelgänger nicht überleben. Wenn wir so weitermachen, wird es bald niemanden mehr geben, der uns bewundert, weil wir alle krankhaft narzistisch sind. Was dann? Töten wir uns dann gegenseitig?

Der Staat will, dass wir autarg sind, damit er uns nicht finanzieren muss, sondern wir ihn. Er erklärt uns, dass wir nichts wert sind, wenn wir ihn nicht finanzieren. Hinzu kommt, dass wir Lebensmodelle, die aus früheren Bewegungen entstanden sind, durch die Generationenübertragung als unsere eigenen Wünsche annehmen. Doch fürher verhielt es sich so, dass Gesellschaften gestaltbar waren, Persönlichkeitsstrukturen eher nicht. Heute ist die Gesellschaft ganz offensichtlich nicht mehr gestaltbar, sie scheint außer Kontrolle zu geraten und so bleibt uns nur eins, den Halt in der Gestalltung der eignen Persönlichkeit zu suchen. Durch Kontrolle. Das zeigt ganz deutlich, welchen Anteil Politik und Wirtschaft auf unser Lebensmodell haben und es zeigt auch ganz deutlich, welche Absicht sich dahinter verbirgt. Es geht nicht mehr um den Menschen. Es geht um Perfektion, um Profit und Vorzeigbarkeit. Stolz auf Bürger sein zu können, die fleißig und folgsam sind, die ihre Familienplanung auf die Rente verschieben, auf eine Zeit, in der sie für die Wirtschaft unproduktiv werden und hart dafür arbeiten, dass die Machthaber warm uns sicher leben. Vielleicht ist jetzt genau die richtige Zeit, um mal darüber nachzudenken. Was wollen Sie eigentlich von ihrem Leben? Werden Sie in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren mit dem, was sie getan haben, zufrieden sein? Denken Sie, dass sich Ihre Haltung der Perfektion abstellen lässt, wenn sie aus dem Arbeitsleben ausscheiden?

Achtsamkeitstraining ist eine sehr gute Methode, um sich und seine Umwelt wieder besser wahrzunehmen. Doch jedes Format, jedes Tool ist nur so hilfreich, wie die, die es anwenden. Achten Sie also zuerst darauf, aus welchen Grund ein Format eingesetzt wird und lassen Sie sich nicht vom Antlitz des netten Rotkäppchens täuschen. Wir manipulieren und werden manipuliert, ununterbrochen, jeden Tag. So funktioniert Gesellschaft. Doch müssen wir achtsam bleiben und erkennen, wer uns gut gesonnen ist und wer uns nur benutzt. Und die, die ein Lächeln im Gesicht haben. während sie uns benutzen, sind die hinterhältigsten und erfolgreichsten. Also ... Obacht!

23.4.18 19:28, kommentieren

Aufmerksamkeitstraining Teil I

Natürlich nennt man das heute nicht mehr Aufmerksamkeitstrainingsbeauftragter (übrigens, cooles Wort für `Galgenmännchen’, wenn man das heute noch spielen würde. Zugegeben, es ist etwas makaber, hilft aber der Sprache auf die Sprünge), oder nur selten. Es heißt „Chief of Mindfulness Officer“. Hinter dieser pompösen Berufsbezeichnung verbirgt sich die neue Welle der Manipulation menschlichen Verhaltens. Nachdem Resilienz offensichtlich nicht gut angenommen wurde, steht nun Mindfulness auf dem Plan. Dabei ist es nur ein anderer Name für die gleiche Zielsetzung. Mitarbeiter, die aufgrund von vermeintlich erforderlicher Unterbesetzung leistungsfähiger sein müssen. Und wie nett, dass der Arbeitgeber das finanziert. Die Arbeitgeber finanzieren das, weil es günstiger ist, einen Mindfulness Officer einzusetzen, als 10% mehr Mitarbeiter. Diese Stelle wird auch nur in Firmen geschaffen, in denen sich eine solche Ausgabe rentiert. Die anderen werden weiterhin das Fitnesscenter bezuschussen. Immerhin.Doch macht uns das wirklich gesund und leistungsfähig?

Das Ergebnis des Aufmerksamkeitstraining ist, dass man sich entspannter fühlt, nicht mehr so schnell ausrastet … was wirklich gut ist. Aber wie bei allem im Leben geht es um das gesunde Mittelmaß und die sich dahinter verbergende Absicht. Denn die Vergangenheit zeigt uns ganz deutlich, dass Wut uns dazu bringt, neue Wege zu gehen. In Maßen, nicht cholerisch, versteht sich. Doch wird diese Wut nicht kanalisiert, dann hat sie auch keine positive Wirkung mehr. Interessant ist auch, welcher Typ Mensch sich den Frimenangeboten anschließt. Werden nur Mitarbeiter trainiert oder auch das Führungspersonal? Denn was hier zu berücksichtigen ist, ist, dass dieses Training nur erfolgreich ist, wenn man es wirklich will und wenn eine erhebliche Überzahl es auch umsetzt. Einfach nur teilzunehmen, weil man angewiesen wurde, kann durchaus auch das Gegenteil bewirken. Doch was, wenn die Mitarbeiter entspannt und tatkrätig ihre Arbeit verrichten und die Vorgesetzten sie mit Aggression, Wut und Stressverhalten überschütten? Und wenn alle entspannt sind, kann eine Firma dann erfolgreich sein?

Also fragen wir uns - wie gesagt - welche Menschen diesen Angeboten verfallen. Welche Menschen sich so wenig selbst einschätzen können, dass sie leicht dazu zu bringen sind, neuen Formeln und Formaten Glauben zu schenken, um ihren Wert zu verbessern. Richtig. Menschen, die in der Kindheit erleben mussten, dass sie nur geliebt werden, wenn sie Leistung zeigen. Es ist nachgewiesen, dass bei Kindern das Gehirn schrumpft, wenn sie nur durch Leistung Aufmerksamkeit und Liebe erhalten. Denn dann können sie sich nicht dem Großen und Ganzen witmen, dann konzentrieren sie sich darauf, etwas zu finden, dass ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Das wiederum ist bekanntlich abhängig von den Anforderungen, die die jeweiligen Eltern stellen. Alles ander bleibt da leider auf der Strecke. Und am Ende erhalten wir Roboter, die ein vorgegebenes, eingeschränktes und durchgeplantes Leben leben, das ihnen die Wahrnehmung des Lebens verbietet. Raus zu gehen, um die Sonne auf der Haut zu spüren, was im übrigen sehr gesund ist und die Hormonproduktion ankurbelt, wird durch den Plan ersetzt, raus zu gehen, um zu joggen und zwar von vierzehn bis fünfzehn Uhr. Keine Minute eher und keine später. Das ist zwar perfekt, führt aber nicht zum gewünschten Ausgleich, den die Freizeit eigentlich leisten muss. Und ja, Bewegung baut Stress ab. aber nur, im richtigen Kontext. Es ist nicht das, was wir tun, dass uns stresst sonder das, was wir darüber denken.

Menschen brauchen Grenzen. Und die schaffen wir uns durch diese Formate. Doch diese ungesunden Grenzen schaffen wir, weil wir keine gesunden Grenzen erfahren haben, als wir sie hätten erfahren müssen. In der Erziehung. Wer keine Grenzen aufgezeigt bekam, wer keine Rahmenbedingungen für sein Leben beigebracht bekam, der wird sich auf die Vorgaben einlassen, die ihm gegeben werden. Nur haben die Herausgeber solcher Maßnahmen nicht unbedingt das Wohl der Menschen im Hinterkopf, sondern eher den Profit, den sie erreichen können.

2.4.18 18:33, kommentieren