Personal Power

Anpassungsfähigkeit Teil I

Was ist das eigentlich, Anpassungsfähigkeit und warum ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen?

Als erstes möchte ich an dieser Stelle Ihre Aufmerksamkeit noch mal auf das Verhalten von Ursache und Wirkung lenken. Erinnern Sie sich noch daran? Wir können jeden Tag das gleiche tun, immer wieder ein und demselben Ergebnis nachjagen, Verbesserung anstreben … . Doch solange wir Ursache und Wirkung nicht klar definieren und voneinander trennen können, kann es sein, dass wir uns in eine Schleife hineinmanövrieren, aus der wir nicht mehr hinauskommen. Wir suchen das Ei, obwohl die Henne, die wir brauchen, direkt vor uns steht.

Anpassungsfähigkeit ist die Fähigkeit, sich anzupassen. Ganz genau. Sie beschreibt die Fähigkeit, sich selbst an veränderte Bedingungen anzupassen. Es gibt keine Limo mehr, dann trinke ich halt Wasser. Es gibt keine Kartoffeln mehr, dann esse ich eben Gemüse. Es gibt hier keinen Job für mich, dann muss ich wohl umschulen oder umziehen.
Die Anpassungsfähigkeit ist also die Fähigkeit, Lösungen für Veränderungen zu finden, die einen mehr oder weniger plötzlich aufsuchen. Wir reagieren.

Reaktion erfolgt meist an einen Punkt, an dem es nur wenig Alternativen gibt. Wir sind quasi gezwungen, etwas anderes zu tun. Die Evolution basiert zwar auf dieser Anpassungsfähigkeit, doch gibt es leider viele Lebewesen, die diese Veränderung nicht überlebt haben. Warum? Weil sie in der Situation, in der sie quasi gezwungen wurden, etwas anderes zu tun, einem Stress ausgeliefert waren, der sie gelähmt hat und somit verhindert hat, dass sie sich rechtzeitig anpassen konnten.

Eigentlich ist die Anpassungsfähigkeit das Gleiche wie die Veränderungskompetenz. Allerdings könnte man einen winzigen Unterschied herausarbeiten, der am Ende vermutlich alles verändert. Die Veränderungskompetenz gibt uns den Raum, Veränderungen, die sich zeigen, frühzeitig zu erkennen und nach Alternativen ausschau zu halten.

Nehmen wir die Tierwelt als Beispiel. Das Gras wird weniger. Die Umwelteinflüsse lassen die Nahrungsquelle an Ort A schrumpfen. Das Lebewesen mit der Veränderungskompetenz, wird sich auf den Weg machen und einen anderen Ort mit anderer Nahrungsquelle aufsuchen. Das Lebewesen mit der Anpassungsfähigkeit wird warten, bis die Nahrungsquelle total ausgeschöpft ist und sich dann, vielleicht sogar bereits geschwächt, auf den Weg … irgendwohin … machen.

Am Ende können beide scheitern. Keine Frage. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Proband „Veränderungskompetenz“ scheitert, ist erheblich geringer. Wie unterscheiden sich nun die Probanden? Zugrunde liegt die persönliche Haltung. Nehme ich alles als gegeben hin, bin ich ängstlich und unsicher, dann nutze ich eher die Strategie der Anpassungsfähigkeit. Weiß ich, dass ich selbst bestimme, was in meinem Leben passiert, dann werde ich zu der Spezies Veränderungskompetenz gehören.

Aber Obacht. Selbst bestimmen heist nicht: "Me first!" Im Leben geht es um Gleichgewicht. Es geht darum, zu fördern, es geht um Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft.

Anpassungsfähig zu sein, bedeutet meist, der Veränderung hinterher zu rennen. Dieses Verhalten schlägt irgendwann in eine sogenannte Anpassungsschwierigkeit um. Menschen mit dieser Anpassungsschwierigkeit kommen an einen Punkt, an dem sie total verzweifelt sind. Sie sagen dann soetwas wie: „Ich tu doch alles was von mir erwartet wird, was erforderlich ist, was nötig ist, ABER …“

Das liegt daran, dass sie erst etwas ändern, wenn es gar nicht mehr anders geht. Blöd nur, das die Welt und das Leben aus sich aneinanderreihenden Veränderungen besteht. Bevor sie sich also auf die eine Veränderung eingestellt haben, steht schon die nächste, und irgendwann dann die über- und überübernächste vor der Tür.

An diesem Punkt ist es dann wirklich höchste Eisenbahn, in die Haltung der Veränderungskompetentz zu wechseln. Und bevor Sie jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen … Sie werden durch den Übergang in die Veränderungskopetenz nicht unentwegt damit beschäftigt sein, etwas zu verändern. Nein, Sie werden wieder Zeit haben, sich um andere Dinge zu kümmern. Denn Veränderungskompetenz bringt noch etwas sehr wertvolles zu Tage. Sicherheit. Sie werden sich sicherer fühlen, weil Sie erkennen, dass Sie auf Veränderungen angemessen agieren können. Gut erkannt. Es heißt „reagieren“ können, aber nur, wenn Sie lieber in der Anpassungsfähigkeit verweilen wollen.

Aktiv oder Reaktiv zu sein, zu agieren oder zu reagieren, ist ein enormer Unterschied. Spätestens jetzt sollten Sie das erkannt haben.

29.4.18 13:26

Letzte Einträge: Aufmerksamkeitstraining Teil I, Aufmerksamkeitstraining Teil II, Anpassungsfähigkeit Teil II, Anpassungsfähigkeit Teil III, Entschuldigung, Anpassungsfähigkeit Teil IV

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